SuchWege - SuchtWege

„Alkohol konserviert alles – ausgenommen Würde und Geheimnisse“
Robert Lembke

Lange Zeit war ich davon überzeugt, dass das Konsumieren von Zigaretten, Alkohol und anderen Drogen etwas Besonderes sei, mich in bewusstseinserweiternde Räume führt und zu einem besseren Menschen macht.

Bis zu meinem 39. Lebensjahr rauchte ich täglich über 40 Zigaretten. Jeder Aufhörversuch scheiterte. Erst als mir klar wurde, dass ich für immer mit dem Rauchen aufhören muss, egal, wie ich mich ohne Zigaretten fühle, gelang mir der Ausstieg. Über ein halbes Jahr kämpfte ich fast täglich mit unangenehmen Gefühlen, Verstimmungen, Enge und Stress und hätte am liebsten all diese Dunkelheit weggeraucht. Ich gab dem Druck rauchen zu wollen nicht nach, spürte all die unliebsamen Gefühle.

Mit 46 Jahren konnte ich mir zum ersten Mal eingestehen, dass ich nun, anstatt viel zu rauchen, viel zu viel Alkohol trank. Ich unternahm den ersten, ernsthaften Versuch nüchtern zu werden; ging regelmäßig zu den Anonymen Alkoholikern, besuchte eine Suchtklinik und machte über drei Jahre hinweg eine Suchttherapie. Doch den Schlüssel für eine endgültige Abstinenz konnte ich nicht finden und hatte viele Rückfälle. Jeder Rückfall begann mit der Hoffnung, ich könnte Alkohol als gemäßigte Spaßdroge ab und an in meinem Leben behalten. Doch ich hatte keine Kontrolle. Mit jedem Rückfall steigerte sich die Häufigkeit der Abende, an denen ich zu viel trank, manchmal bis zur Besinnungslosigkeit. Ich spürte zunehmend, dass ich meine Kraft, Lebensfreude und auch meine Schönheit verlor. Alles schien sinnlos. Dazu kamen die Wechseljahre mit heftigen Schweißausbrüchen, die mich zusätzlich viel körperliche Kraft und Energie kosteten.

Ich gab mir noch eine letzte Chance: Ich besuchte in Berlin einen Kurs zum „Kontrollierten Trinken“ und versprach mir, wenn ich mit Hilfe dieses Kurses keine Kontrolle über den Alkohol erlangen sollte, dann endgültig mit dem Trinken aufzuhören.

Der Kurs machte mir erneut deutlich, was ich eigentlich schon wusste: ich wollte nicht ein oder zwei Bier am Abend trinken. Ich wollte Wirkung, ich wollte den Rausch, ich wollte die Entspannung der Droge spüren, nicht mehr denken müssen und wenigstens für einen Moment die Enge und die Baustellen meines Lebens vergessen. Dabei übersah ich, dass meine Hauptbaustelle die Betäubung meines Bewusstseins mit Substanzen war. Und dass mich genau diese Betäubung daran hinderte, mir meine tiefsten Wünsche zu erfüllen und erfülltes Leben zu führen.

Für mich ist der Weg in die Nüchternheit mein ganz persönlicher HeldinnenWeg. Mein Weg war lang. Er führte mich zu meiner Weiblichkeit, meinen Sehnsüchten und Bedürfnissen. Viele Rückschläge waren nötig, bis ich erkennen konnte, dass all die Drogen, die ich zu mir genommen hatte, niemals meinen Seelenhunger nach Verbundenheit, Tiefe, Sinn, Freiheit und Kreativität stillen konnten.

Und auch meine starke Selbstablehnung und mein Selbsthass wurden zwar betäubt jedoch nicht geheilt.

Als dann der Zeitpunkt kam, an dem ich morgens nicht mehr in den Spiegel schauen konnte vor lauter Scham und Selbsthass, da wusste ich, dass ich nun eine Entscheidung treffen musste, vor der ich richtig Angst hatte: Nüchtern für immer!

Nebst all dem Handwerkszeug, was ich über die Jahre hinweg bereits gesammelt hatte, entwickelte ich weitere Tools, die mich befähigen, dauerhaft nüchtern und abstinent zu leben. Je länger ich nüchtern bin, umso mehr begreife ich, dass es der Weg in die Nüchternheit ist, der mich heilt, meinen Körper kräftigt, meine Seele nährt und mein Herz erfüllt. Außerdem bin ich von folgender Haltung überzeugt: “Zu viel Alkohol trinken ist keine unheilbare Krankheit, sondern eine schlechte Gewohnheit, die ich aufgeben kann.“

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